Dienstag, 12 Mai 2020 19:01

Pilgern auf der Via Gebennenis 2020

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Liebe Mitglieder, Teilnehmer, Freude und Interessierte,

Das Corona-Virus hat uns Pilgern einen Strich durch unsere Planungen gemacht.Gebuchte Reisen konnten nicht angetreten, reservierte Herbergen mussten storniert, mühsam erarbeitete Urlaubszeit konnte nicht verwendet werden. Die ganze Vorfreude verpuffte, und große Enttäuschung trat an ihre Stelle. Und dennoch ist das alles nichts, im Vergleich zu den Sorgen der Herbergen, Cafés und Restaurants entlang der Jakobswege, die nun nicht mehr wissen, wie sie wirtschaftlich überleben können. Und selbst deren Sorgen sind nichts, im Vergleich zu den Sorgen der tausenden Gefährdeten, der Kranken, der Verstorbenen und ihrer Angehörigen.Ärzte, Pfleger, Verkäufer, Polizisten usw. haben gerade mehr zu tun, als der Tag Stunden hat. Doch für die meisten von uns herrscht plötzlich eine ungekannte Stille. Wir verbringen Stunden und Tage und bald auch Wochen zuhause, wir treffen kaum noch Freunde, sehen unsere Lieben nur beim Skypen auf Bildschirmen, es gibt keine Umarmungen mehr, kaum noch lautes Lachen, kein Tanz und kein echtes Miteinander. Das “social distancing” ist eine soziale Hungerphase, unter der wir alle leiden. Je länger wir unsere Lieben nicht mehr besuchen können, desto klarer wird uns, wie wichtig wir einander sind. Je länger wir in einer Wohnung miteinander sind, desto mehr und desto tiefer erleben wir uns. Es ist, als würde gerade eine Oberflächlichkeitsblase platzen, die uns zwingt tiefer hin zu schauen.Je länger wir nicht mehr spontan “shoppen” gehen können, desto klarer wird uns, wie wenig wir die neuen Schuhe wirklich vermissen. Die alten taugen auch. Es ist als würde gerade eine Konsumblase platzen, die uns zwingt zu sein – anstatt zu haben.Je länger wir mit nicht mehr für den Gegenwert eines Abendessens quer durch Europa fliegen können, desto klarer wird uns, wie wenig wir das eigentlich brauchen.Der eigene Balkon ist auch schön. Es ist als würde gerade eine Mobilitätsblase platzen, die uns zwingt angekommen – anstatt nur unterwegs zu sein. Und je länger wir nicht mehr von einem Termin zum nächsten hetzten können, desto klarer wird uns, wie wenig wir das jemals wollten. Erfolg ist kein tragender Wert. Es ist als würde gerade eine Leistungsblase platzen, die uns zwingt im Jetzt zu sein – anstatt immer nur im Morgen.Und dann ist da noch der Jakobsweg, der zwar unseren Namen ruft – doch wir können seinem Ruf gerade nicht folgen. Auch das tut weh, und das damit verbundene Leid dürfen wir uns auch zugestehen. Jeder einzelne, auch du. Wir ahnen, dass hier aus all dem Schmerz und aus der Unsicherheit auch etwas Gutes erwächst. Es sind die ersten kleinen Samen, die wir in unserem Alltag bereits erkennen.Und dennoch sind das alles nur Samenkörner, umgeben von einem Meer aus Unsicherheit und Angst, und gerahmt von der Gewissheit, dass da noch viel mehr Veränderung auf uns zu kommen wird, ob wir das wollen der nicht. Diese Samenkörner, die können wir vor lauter Unsicherheit und Angst ignorieren. Dann bleiben sie als Körner im Dreck stecken. Wir können uns aber auch entscheiden diese Samenkörner zu gießen. Wir können einmal am Tag etwas Wasser der Hoffnung darauf geben, damit sie nicht vertrocknen. Und wir können sie ins Licht der Zuversicht stellen, damit sie wachsen. Mit der Hoffnung und mit dem Glauben an eine Zeit nach den Sorgen bereiten wir so den Weg für Zuversicht und für mehr Liebe. Und dieser Weg kann auch unser Jakobsweg sein. Schenken wir ihm also Glaube (daran, dass alles gut werden wird), Liebe (auf dass der Weg ein guter ist), und es wird neue Hoffnung entstehen.

Jakobsweg 2021 – Glaube, Liebe, Hoffnung.                              

Denn nach Corona gehen wir pilgern. Ehrenwort!                         

Wenn also der Corona-Virus an uns allen vorüber gegangen sein wird,

dann gehen wir auch, und zwar auf den Jakobsweg.                          

Das kann ein großer Weg sein wie auf der Via Gebennensis, oder auch ein

kleiner Weg am Wochenende irgendwo zuhause.                                                             

Aber eines ist sicher: wir werden wieder gehen!

Von 09. bis 17. Mai 2021 auf der Via Gebennensis                                                                                

Ich möchte Euch das als Versprechen geben.                                                               

Und wir können es uns selbst als Hoffnungszeichen schenken!                       

Ich freue mich Euch sobald es möglich ist wieder zu sehen, vielleicht

klappt es ja im Juni schon wieder mit einem Dienstagstreff.                                            

        Bis dahin wünsche ich Euch bleibt gesund !

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